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Lang lebe der LC4
rog
Veröffentlicht von 1000PS in KTM · 20 Januar 2020
Tags: KTMLC4
Alles begann im Rennsport

Der  Leitspruch READY TO RACE kommt nicht von irgendwo, denn die Anfänge des  LC4 finden sich (wenig überraschend) im Offroad Sport. Dank Rennfahrern  wie Heinz Kinigadner sammelten sich in den 1980er Jahren die Pokale im  KTM-Trophäenschrank, doch Veränderung kündigte sich an. Durch strengere  Abgas- und Lärmregelungen kamen Hersteller mit ihren 2-Takt Aggregaten  in Bedrängnis - eine Lösung musste her! Also nahm man bei KTM das  Gehäuse des 500 Kubik Zweitakters und entwickelte auf dessen Basis einen  flüssigkeitsgekühlten 4-Takt Motor, was sich in
Liquid Cooled 4-Stroke Engine übersetzt: LC4.

Nach 5  Jahren der Entwicklung geht der 553 ccm grosse Zweizylinder in  Produktion und feiert 1987 sein Debut in der KTM 600 GS LC4. Damals  erfüllte der Motor alle Klischees, die wir von Einzylindern heute  kennen: er war ruppig, schwer zu starten und auch die Zuverlässigkeit  liess zum Wünschen übrig. Ein Grund dafür war der puristische Aufbau des  Motors. Von einem E-Starter war noch lange nicht die Rede und auch auf  eine Ausgleichswelle verzichtete man bei KTM.
                                    
Der LC4 erobert die Strassen - die erste Duke ist geboren!

Anfang  der 1990er Jahre hatte KTM schwere Zeiten hinter sich, doch mit dem  Neustart mit Stefan Pierer in 1992 war der LC4 eine der Stärken, die das  Unternehmen unter anderem mit der 620 LC4 wieder nach vorne brachte.  Für die Motorradmesse Köln wurde noch im selben Jahr mithilfe von KISKA  Design eine Enduro zum Strassenbike umgebaut. Mehr Hubraum, ein  verändertes Chassis sowie 17 Zoll Räder verwandelten das ehemalige  Offroad Bike zur allerersten Duke. Die Resonanz war gut und bereits zwei  Jahre später wurde die 620 Duke First Edition (jetzt auch mit  Ausgleichswelle) auf die Strassen losgelassen.


Trotzdem  kann man die Duke der ersten Serie nicht gerade als vibrationsarm  bezeichnen und auch das Fahrverhalten forderte bei jeder Ausfahrt zum  Armdrücken heraus. Über die nächsten Generationen der LC4 Duke wurde sie  stetig zugänglicher, weshalb auch die verkaufte Stückzahl von  Generation zu Generation stieg. Einen Faktencheck, sowie Erfahrungen zu  jeder KTM LC4 Duke Generation findest du hier: KTM Duke Generationen Vergleich.

Der LC4 wird aus dem Motorsport verdrängt

Über  die nächsten Jahre wächst der LC4 von 620 Kubik bis 690 Kubik und findet  viel Verwendung in diversen Wettbewerbsgeräten. Anfang der 2000er Jahre  macht KTM dem Einzylinder jedoch interne Konkurrenz, indem der neue  EXC-Motor präsentiert wird. Er war leichter, drehte schneller und  produzierte spürbar weniger Vibrationen als der LC4. Die Nachfrage an  neuen EXC-Modellen war dementsprechend gross und der alte Eintopf aus  Mattighofen verliert im Offroad-Sport an Relevanz. Auch die Erweiterung  des Reiseenduro-Programms mit der 950 Adventure schadet dem LC4, der  parallel in der 640 Adventure verbaut wurde. Dem Protagonisten dieser  Geschichte wird also vieles genommen: der Einsatz in Wettbewerben und  auf Touren. Was bleibt ihm da noch?

LC4 wird zum Strassenmotor und Synonym für Einzylinder Outlaws

Die  Antwort: Einiges! Denn KTM will den einst rauen Einzylinder nicht  aufgeben und kultiviert ihn über die nächsten Jahre. Von Jahr zu Jahr  minimieren sich die Vibrationen, die Zuverlässigkeit steigt und viele  Strassen-, sowie Offroad-Modelle für den Hobby-Einsatz folgen. Aktuell  darf er sich mit seinen 73 PS sogar als stärksten Serien-Einzylinder  bezeichnen, der in den Spassgeräten 690 SMC R und 690 Enduro R  verbaut wird. Nach der Aufnahme von Husqvarna Motorcycles in den KTM  Konzern machte der damals fast 30 Jahre alte LC4 seinen Weg auch in die  Modelle 701 Supermoto und 701 Enduro, sowie später in die Naked Bikes Vitpilen 701 und Svartpilen 701.

Besonders  bei jungen und junggebliebenen Fahrern sind diese Modelle gefragt.  Hubraumstarke Einzylinder werden heutzutage ausschliesslich von KTM  produziert, weshalb es für das klassische Supermoto-Gefühl eigentlich  keine Alternative gibt - dementsprechend wertstabil sind diese Modelle  am Gebrauchtmarkt.

Der KTM LC4 lebt!

Ende  2019 sorgte KTM für Verwirrung und Spekulationen, als die legendäre 690  Duke aus dem Modellprogramm genommen wurde. Auch der Leak zur zukünftigen Modellpalette  bot kaum Erkenntnis, denn ausser 690 SMC R und 690 Enduro fanden sich  keine Modelle mit dem altbewährten LC4-Einzylinder. Auf Nachfrage bei  KTM Motorcycles gibt es aber Entwarnung: der LC4 bleibt uns erhalten!

„Der  LC4 wird weiter gebaut und entwickelt. Wir haben dieses Jahr unsere KTM  690 ENDURO R und KTM 690 SMC R komplett überarbeitet und werden diese  Motorräder auch für EURO5 weiter entwickeln."
"Wir glauben fest daran, dass es einen Markt für den sportlichen Einzylinder gibt und auch in Zukunft geben wird.“

-Statement der KTM Produktentwicklung

LC4 kaufen und in den Einzylinder-Geschmack kommen!

Bericht auf 1000PS:  


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